Zentralschweizer biken durch Zentralamerika |
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Reisebericht Florida Dezember 2008 Viel erlebt – gesehen – gekurbelt – geschwitzt – getragen – geschoben Weil wir Mexiko überflogen haben, erreichten wir Panama 2 Monate zu früh. Die Regenzeit in Ecuador und Peru endet erst im März. In dieser Periode sind die Strassen vielfach unpassierbar und es gibt kein Vor- beziehungsweise Rückwärts. Deshalb entschliessen wir uns, die Feiertage in Florida zu verbringen und fliegen von Panama nach Miami. Fahrräder wieder in Schachteln verpackt, Equipment im Seesack, mit Shuttlebus werden wir ins Hotel nach Miami Beach gefahren. Die Freizeitbeschäftigungen Nummer 1: Grossflächig den Rasen trimmen, oder so viele Angelruten auslegen wie man Köder zur Verfügung hat. Was dem Panamese der Rasentrimmer, ist dem Amerikaner die Angelrute. Dies sind unsere ersten Eindrücke des Landeswechsels von Panama nach Florida. Wohnmobile in der Grösse eines Reisecars oder Sattelschleppers, bestehend aus einem Zugfahrzeug und Wohnanhänger in der Grösse eines Ferienappartements, werden durch die Strassen gesteuert. Nicht selten werden an diese Fahrzeuge noch Privatwagen an einer Schleppstange gekoppelt und darauf ein 4 Personen Huckepack Allrad-Fahrzeug geladen. Auch Boote mit bis 400 PS Aussenbordmotoren werden an den WoMo's nachgeschleppt. Die Campingplätze sind für solche Gerätschaften bestens vorbereitet. Druck- und Abwasseranschluss, Strom- und TV-Versorgung und waagrechter Betonparkfläche. Dies alles mit viel Grünfläche umgeben, so dass es noch ausreichend Platz für die Veranda, BBQ, Bootsanhänger, die Harley Davidson und die Weihnachtsbeleuchtung hat. Endlose Strassen, alles geradeaus, keine Hügel, nur die Hauptverkehrsachsen im 90° Winkel sind auf den Touristen-Karten (Strassenatlas ist detaillierter) eingezeichnet. Die Distanzen sind aus den Karten schlecht abzuschätzen. Es liegen meist noch mehrere Anschlussstrassen dazwischen, so dass wir uns von der 184igsten bis zur 344igsten vorarbeiten mussten um den Anschluss zu den Key's zu finden. Immer wieder, alle ca. 500 Meter ein lästiges Lichtsignal, das uns zum Anhalten, Taste drücken, warten bis die Ampel grün zeigt veranlasst, um die Fahrt fortzusetzen zu können. Das bedeutet: Bremsen, aufsitzen und mit Gepäck von Null auf 20 Km/h beschleunigen und das immer wieder über insgesamt mehr als 40 Kreuzungen. Radwege sind selten, und meist nur in Quartierstrassen, oder parallel zu Busspuren anzutreffen, wo diese überflüssig sind. Angeblich ist man bestrebt, diese „Bicycle-Path“ auch durch die Stadtzentren zu führen. Grundsätzlich ist man als Fahrradfahrer in Florida nur geduldet. Eher wird man mit einem mitleidigen Blick gewürdigt, oder durch das geöffnete Fenster zum Verlassen des mehrspurigen Fahrstreifens auf den Gehsteig verwiesen. Entsprechend ist die Anzahl der anzutreffenden Radler. Während unseres Aufenthaltes in Miami sind uns nur 20 Fahrräder begegnet. Das Auto bestimmt das Leben! Die öffentlichen Verkehrsmittel sind bescheiden und schlecht erschlossen, oder für Amerikanische-Distanzen (Strassen bis 3-spurig durch die City), nicht attraktiv genug. Eine Busfahrt mit 2x Umsteigen, eine Hochbahn, mit Zug und Shuttlebus bis zum Flughafen, benötigte mehr als 3 Stunden. Mit Auto ist die Strecke in ¾ Stunden zurückgelegt. Entsprechend weit weg, „Not far, only a few blocks“, liegt unser nächster, von Miami-City in 2 Stunden erreichbarer Camp-Ground. Florida, auch genannt als der Staat mit 365 Tagen Sonnenschein und den tausend Brücken hat auch uns neugierig gemacht. Die Key's, Fort Lauderdale, Miami Beach und die Everglades möchten wir besuchen. Viele Brücken, in und um Miami Downtown, ermöglichen eine Bootsdurchfahrt durch die Vielzahl der schiffbaren Kanäle. Wahrend der Schiffspassage werden die mehrspurigen Fahrstreifenteile angehoben, wobei der Verkehr für 15 Minuten angehalten wird. Die „Number 1“ (erste Strasse) führt entlang der Ostküste von Norden, mitten durch Miami nach Key-West, dem südlichsten Punkt der USA. Das Wort „Key“ kommt vom spanischen Wort „Cayo“. Der ursprüngliche Name für Key West war Cayo Hueso, was „Knochen Inselchen“ bedeutet. Key West, einst die längste Stadt in Florida, liegt strategisch günstig in der Florida-Strasse und verfügt über das höchsten pro Kopfeinkommen der USA. Der warme Golfstrom ermöglicht ein grosses Vorkommen an Fischen, Schwämmen und Hummer. Einst war Key West der grösste Zigarrenproduzent und Naturschwammlieferant des Landes und hat immer bekannte Besucher wie: John James Audubon, Ernest Hemingway, Harry Trumann, Tennesse Williams, Robert Frost und auch uns „Zentralbiker“ angezogen. Wir begeben uns auf den Weg zu den „Keys“, bestehend aus 5 Sektionen die sich über insgesamt 105 Meilen erstrecken.
In einer Stunde fährt man von Miami durch die „Gateway to the Key's“ mit den Everglades, das Top der Attraktionsliste. Die anschliessenden 105 Meilen (175 Kilometer) bis Key-West werden mit 2 ½ Stunden Autofahrt angegeben. Mit den Koga's benötigten wir für diese Strecke etwas mehr als 8 Stunden. Henry Flagler, Ingenieur, ermöglichte den Bau einer Eisenbahn. Am 22. Januar 1912 erreichte das „Wunder der Technik“ über mehrere Viadukte Key West, was die Inselstadt massgeblich veränderte. In den Keys findet man nur eine Handvoll Campingplätze. Diese sind meistens bis 12 Monate im Voraus ausgebucht. Erstaunlicherweise wird für einen Zeltplatz pro Nacht, der gleiche Preis berechnet wie für ein Motorhome, unabhängig von der Grösse. Im Pauschalpreis des Caravanplatzes ist der Wasser- Strom- und Fäkalanschluss inbegriffen. Vielfach sind Zeltplätze in den RV-Campgrounds nicht zugelassen, weil Toiletten und Waschgelegenheiten fehlen. Diese Notwendigkeiten finden sich in allen Motorhomes! Deshalb verbringen wir 2 Nächte in Key-West im Radisson-Hotel, nur unwesentlich teuerer als ein 10 m² Campingplatz. Für die 175 Kilometer Rückweg nach Key Largo, inzwischen die letzten Power-Gels und Bars verzehrt, benötigten wir nur 8 Stunden. Die Festtage möchten wir im „Penny and Larry Campground", unweit des „Metro Zoo“ verbringen. Die Enttäuschung ist gross, aus dem gemütlichen Weihnachts-BBQ vor dem Zelt wird leider nichts. Im Zeitraum von 30 Tagen waren wir bereits 7 Tage zu Gast und werden deshalb nach 2 Tagen Aufenthalt gebeten, das Zelt abzubrechen und den Platz zu verlassen. Mit dieser Regel möchte der Ranger vermeiden, dass sich „Homeless“ oder „Strangers“ auf Campingplätzen niederlassen. Mit Unverständnis und verärgert begeben wir uns auf die Suche nach einem anderen Ort um unseren „Christmas-Turkey“ zu grillieren. „Nur“ 90 Kilometer entfernt, in der Nähe von Fort Lauderdale, finden wir den nächstgelegenen 40 USD Zeltplatz. Nach einer schlaflosen Nacht, gestört durch das permanenten Rauschen des angrenzenden Freeway und das Horn des AMTRAK Güterzuges bevorzugen wir den Umzug in ein 70 USD Motel. Permanent werden wir von Fast-Food-Ketten wie Mac Donalds, KFC, Subway, Taco Bell, Burger King, Pizza Hut, und Co. begleitet. Jede Tankstelle trägt noch ein “Food Mart” Aushängeschild und im TV findet sich ein 24 Stunden “Food-Sender”. Alles dreht sich um Essen, Beauty, Auto, und Plastikgeld. Zur Begleichung eines 3 USD-Zugbillets wurden wir erst zum Wechseln eines 20 Dollarscheins in ein Restaurant geschickt. Während unseres Miami-Aufenthalts bis zum Rückflug haben wir Fort Lauderdale, Port Everglades, Dania Beach, Hollywood Broadwalk, A1A Highway, Key Biscayne, Coral Gables, Metro Zoo, Port of Miami und Miami Downtown mit Rad besucht, durchstreift und erlebt. Nach 1200 Kilometer verlassen wir Miami mit folgenden Erinnerungen: Besonders gefallen haben uns die Strände entlang der “A1A” und der “Crandon Park” mit seinem Strand auf “Key Biscayne”. Interessant und eindrücklich erschienen uns die vielen “Zug-Brücken” und die Dimensionen der mehrspurigen Strassenbauten über die Meerengen und Seestrassen. Erstaunt hat uns auch der staufreie Verkehrsfluss mit der enormen Anzahl von Privatfahrzeugen (nur sehr wenige Lastkraftwagen). Mit einem Mietwagen zu durchfahren, bilden die Keys mit den Everglades bestimmt die grösste Attraktion. Nach Kalifornien, war Miami der kostenintensivste Reiseabschnitt. Jedoch ist zu berücksichtigen, dass die Hotelübernachtungen wegen der wenigen Campingplätze den grössten Kostenanteil ausmachen. Wegen einer Fehlinformation und mangelnder Beschilderung wird uns die Irrfahrt auf dem 5-spurigen Expressway in Miami noch lange in Erinnerung bleiben! Distanzen:
Bemerkung: Zeltplatz, pro Nacht, beschränkte Personenanzahl, ohne Wasser und Strom kostet meistens 40 USD. Eine Einschränkung der Aufenthaltsdauer ist möglich. Ein Motorhome, egal welche Grösse, Parzelle mit Wasser-, Strom- und Fäkalanschluss, kostet 40 – 50 USD. Mehrheitlich besteht keine Einschränkung der Aufenthaltsdauer. Fortsetzung der Reise am 3. März 2009 in Quito, Ecuador
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